Tag der Flüchtlinge

Bild: Felix Rotthowe

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Flüchtlinge wird es immer geben!

Da die Amnesty Gruppe Schwerte wegen der Corona-Pandemie auf einen geplanten Info-Stand in der Fußgängerzone verzichtet, möchte sie auf diese Weise an den Internationalen Flüchtlingstag am heutigen Samstag erinnern.

Weltweit sind rund 60 Millionen Menschen vor Krieg, bewaffneten Konflikten und politischer oder religiöser Verfolgung auf der Flucht. Davon befinden sich 21 Millionen als Flüchtlinge oder Asylsuchende außerhalb ihres eigenen Landes, die anderen bleiben – trotz der Gefahren – im eigenen Land.

Als Flüchtling gilt derjenige, der in seiner Heimat verfolgt wird – sei es wegen seiner politischen Überzeugung, seiner Religion, Hautfarbe, Geschlecht oder seiner sexuellen Orientierung – und dort keinen ausreichenden Schutz erhält.

Die Flüchtlingslager in Griechenland, die Boote auf dem Mittelmeer sind voll mit Menschen, die sich aus genannten Gründen auf den Weg gemacht haben und in Europa Schutz suchen. Wir alle wissen um die fürchterlichen, menschenunwürdigen und lebensgefährlichen Bedingungen, unter denen die Menschen in den Camps leben müssen – ohne Privatsphäre, ohne ausreichende Hygiene oder medizinische Versorgung, ohne Social-Distancing. Wir wissen um die vielen Ertrunkenen im Mittelmeer und wie die Rettungsschiffe zu Gefängnissen auf See wurden.

Die geflüchteten Menschen werden in der EU häufig als „illegale Einwanderer“ angesehen, vor denen man sich vermeintlich schützen muss. Allein die Zäune an den EU-Außengrenzen haben 175 Millionen Euro gekostet!

Die Schwerter Amnestys begrüßen die Entscheidung des Bundesinnenministers 243 kranke Kinder, deren Geschwister und Eltern nach Deutschland einreisen zu lassen. Aber das ist nur ein Tropfen auf dem heißen Stein.

Amnesty fordert deshalb von den europäischen Regierungen, Verantwortung zu übernehmen:

– Schaffung sicherer Fluchtwege und regulärer Routen nach Europa
– Helfen statt Abschotten
– Erst Menschen schützen, dann Grenzen
– Möglichkeiten schaffen, über Neuansiedlungsprogramme Leben in Sicherheit zu ermöglichen
– Fluchtursachen bekämpfen

Wer sich für die Menschen in Griechenland einsetzen möchte, kann die Petition „Jetzt Menschen aus den Lagern in Griechenland evakuieren“ unterzeichnen. www.amnesty.de/mitmachen/petition

 


Foto: Felix Rotthowe
Die Schwerter Amnesty-Gruppe zeigt: In Schwerte kann man ohne Maske gut nebeneinander stehen, ohne sich zu nah zu kommen. In den Flüchtlingslagern der Welt sieht dies anders aus.